25.07.2008 Wiedererrichtung des Bildstockes an der Landstraße Villmar- Aumenau
von
Lydia Aumüller
 
„Was lange währt, wird endlich gut“. Gemeint ist der Wiederaufbau eines Bildstockes unmittelbar in der Nähe des Friedhofes, an der rechten Seite der Landstraße von Villmar nach Aumenau. Er stand 1999 verkehrsregelnden Maßnahmen der Planer hinderlich im Wege und musste abgebaut werden. Dabei ging die über 250 Jahre alte  Votivtafel aus Marmor zu Bruch. Das historische Stück  wurde  vom  damaligen Vorsitzenden des Verschönerungsvereins Rainhard Kasteleiner gesichert und ist von  Alfons Stein, Mitgliedes des Vereins, fachmännisch zusammengefügt und überarbeitet worden.
 Seit dem Jahre 1986 trägt der Verein  unter den Vorsitzenden:  Peter Rosbach,  Rainhard Kasteleiner sowie Wolfgang Schön, Sorge für den Erhalt dieser religiösen, geschichtsträchtigen Kulturdenkmäler. 
 
Über 24 marmorne Votivtafeln und Kreuze aus dem 18.- und 19. Jahrhundert, die im heutigen Ortsbereich oder in der Gemarkung platziert sind, wurden in der Zwischenzeit restauriert oder überarbeitet. Einige  Bildstöcke mussten sogar neu aufgerichtet werden. Jetzt  fand nach sage und schreibe neun  Jahren der sogenannte „Fußfall“, der 1756 zu Ehren der Hl. Joachim, Maria und Anna von einem Unbekannten gestiftet wurde, eine neue Bleibe.
 
Seinen jetzigen Aufbau übernahmen die Vorstandsmitglieder Johannes Heun und Uwe Tewes unter der Leitung des Maurer-Fachmanns  Georg Heun, ebenfalls Mitglied des Vereins.  Alle nötigen Arbeiten wurden ehrenamtlich und ohne Vergütung ausgeführt.
 
Auf der  Votivtafel aus grauem Villmarer Marmor sind im Flachrelief kunstvoll das Kreuz,  der  Hl Joachim, die  Mutter Maria und der Hl. Anna dargestellt. Die eingemeißelte Beschriftung  hält die einrucksvollen Worte fest:
 
“WISET DAS DER HERR SEINE HEILIGEN WUNDERLICH GEMACHT HATT; DER HERR WIRD MICH ER HÖREN WANN ICH ZU IM RUFFEN WERDE. PESALM  4 XW 4  ANO 1756“. Die künstlerische Arbeit dürfte dem damaligen Steinhauer  Burghardus Hax zugeordnet werden.
 
 Übrigens: Der im Volksmund bezeichnete „Foußfall“ veranlasste Jahrhunderte die Vorübergehenden bei der Betrachtung zu einer ehrfurchtsvollen Kniebeuge, oder zu einer Bekreuzigung.
 
 Foto :
Georg Heun, Johannes Heun und Uwe Tewes  bei der Wiedererrichtung des Bildstockes aus dem Jahre 1756.